Borgloh

Bereits seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde in Borgloh bei Hilter im Teutoburger Wald Steinkohle abgebaut. Dies erfolgte durch Privatpersonen, die das entsprechende Recht vom Bischof von Osnabrück gepachtet hatten. Abnehmer der Kohle, die zum Teil im Tagebau aus den bis an die Erdoberfläche reichenden Vorkommen gewonnen wurde, waren zu Mösers Zeit hauptsächlich die Schmiede der Region; für das häusliche Herdfeuer war das Produkt hingegen nur wenig geeignet.

Seit 1722 erfolgte die Kohlegewinnung im Rahmen der Wirtschaftsförderung des Osnabrücker Fürstbischofs Ernst Augusts II. (1674-1728). Der Abbau wurde durch Heranziehung von Fachleuten aus dem Harz und dem Lütticher Raum zunehmend professionalisiert. Entscheidend für das Bergwerk wurde die 1724 erfolgte Einrichtung des Salzwerks in Rothenfelde, das für die nächsten 150 Jahre zum Hauptabnehmer für die Borgloher Kohle wurde, die überwiegend am Strubberg nahe Borgloh (Hilter) abgebaut wurde. Davon profitierten neben den unmittelbar beim Bergwerk Beschäftigten auch andere, so etwa die Fuhrleute, die für den Transport der Kohle nach Rothenfelde sorgten.

Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), ab den 1760er Jahren, setzte auf Betreiben der Osnabrücker Regierung eine Ausweitung und Modernisierung des Kohleabbaus ein. Welche Rolle Justus Möser hierbei spielte, lässt sich bislang nicht eindeutig bestimmen. Da er sich jedoch in zahlreichen anderen Fällen stark für die Förderung von Handel und Gewerbe im Osnabrücker Hochstift einsetzte, ist seine Beteiligung mehr als wahrscheinlich.

Die Gegend der ehemaligen Borgloher Steinkohlegewinnung kann heute entlang margierter Wege vita erwandert werden. Nähere Informationen unter: https://www.geopark-terravita.de/.

Der Landesherr hat eine [Kohlegrube] zu Borgloh, welche hauptsächlich dem Salzwerke dienet.

Justus Möser 1768