Möser und der Adel

Möser war schon durch die ersten beiden von ihm bekleideten Ämter eng mit dem lokalen Adel verbunden: so seit 1741/44 als Sekretär und seit 1756 als Syndikus der Ritterschaft (Zusammenschluss des Adels des Osnabrücker Landes). Von den hier geknüpften Beziehungen profitierte er auch in seiner anwaltlichen Tätigkeit, entstammte doch ein wichtiger Teil seiner Klienten dieser recht prozessfreudigen Gesellschaftsgruppe.

Besonders eng waren die Verbindungen Mösers zur Familie von dem Bussche-Hünnefeld. 1746 begleitete er seinen Mentor Johann Friedrich von dem Bussche (1709-1752) erstmals zur Kur ins mondäne Pyrmont. 1749 widmete er ihm sein Trauerspiel Arminius, und nach von dem Bussches Tod (1752) eignete er diesem die 1756 erschienene Schrift Der Wert wohlgewogener Neigungen und Leidenschaften zu. Ihr Briefwechsel unterstreicht ebenso wie die Tatsache, dass Möser Vormund der Kinder des früh verstorbenen Johann Friedrich wurde, die enge Beziehung zwischen den beiden Männern. Eines dieser Kinder, Clamor Adolf Theodor (1734-1818), wurde 1783 als Geheimer Rat Vorgesetzter Mösers. An dem weitgehend spannungsfreien Verhältnis zwischen den beiden änderte offenkundig auch die Tatsache nichts, dass der Adelige nicht unerheblich bei Möser verschuldet war. Letzteres galt auch für andere Adelsfamilien wie etwa die Hammerstein-Equord.

Obwohl die amtlichen Interessen Mösers nicht immer mit denen des Adels übereinstimmten – so waren es Möser zufolge adelige Bedenken, die ihn an einer Initiative zur Aufhebung der Leibeigenschaft hinderten –, war das wechselseitige Verhältnis überwiegend positiv. Ein Zeichen der hohen Wertschätzung, die die Ritterschaft ihrem langjährigen Syndikus entgegenbrachte, war die prunkvolle Feier, die sie 1792 zu Mösers 50-jährigem Dienstjubiläum veranstaltete, in deren Rahmen sie ihn mit einem Denkmal ehrte.

... da ich unverbrüchlich an Ihren Dienst gebunden und von den Wohltaten durchdrungen bin, mit denen Sie mich so freundlich überschüttet haben ...

Justus Möser 1747 an Johann Friedrich von dem Bussche