Arminius

Im Zentrum des 1749 erschienenen Trauerspiels Arminius stehen der gleichnamige, im Deutschen oft auch als „Hermann“ bezeichnete und in römischen Diensten stehende Germanenfürst und dessen letztlich gescheiterter Versuch, gegen den Widerstand der anderen germanischen Fürsten ein einheitliches germanisches Königtum zu errichten.

Möser schreibt das Trauerspiel, welches er seinem Freund und Mentor Johann Friedrich von dem Bussche (1709-1752) widmete, in einer Zeit, in der die Antike und damit einhergehend auch die Geschichte der Germanen auf stetig wachsendes Interesse stoßen. Dies drückt sich auch in zahlreichen anderen Adaptionen des Arminius-Stoffes, u. a. durch die Dichter Johann Elias Schlegel (1719-1749) und Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), aus.

Möser richtet in seinem Trauerspiel den Fokus auf die Zeit nach der Varusschlacht, deren Ort Möser im Osnabrücker Raum vermutete. Arminius wollte in der Folge seines dort errungenen vernichtenden Sieges über drei römische Legionen ein auf Wahl durch das Volk beruhendes, rationalen Ideen verpflichtetes Königtum einführen. Dabei sah er sich jedoch seinem Schwiegervater Sigest und dessen Sohn Sigismund gegenüber. Diese wollten die Freiheit der einzelnen Stämme beibehalten und erkannten Arminius’  wahres Vorhaben, sich als Alleinherrscher wählen zu lassen. Nach der Weigerung Sigismunds, auf Befehl des Vaters Arminius zu töten, vollzieht Sigest schließlich selbst den Mord.

Mit der Figur des Arminius und dessen Gegenspielern thematisiert Möser den zu seiner Zeit bestehenden Gegensatz zwischen dem Habsburger Kaisertum auf der einen und den auf ihrer territorialen Souveränität bestehenden Reichsfürsten auf der anderen Seite.

... indem ich nicht der Meinung bin, daß unsere Vorfahren solche Klötze gewesen ...

Justus Möser, Vorrede 1749