Regina Juliana Elisabeth Möser

Als Tochter eines hohen fürstbischöflichen Beamten (Geheimer Sekretär des Fürstbischofs) erfuhr Regina Juliana Elisabeth Möser (1716-1787) eine – für Frauen der damaligen Oberschicht charakteristische – ausgezeichnete Ausbildung, sei es in sprachlicher (z. B. Französisch), sei es in haushaltlicher Hinsicht (Führen eines großen Hauses).

Die Heirat der wohlhabenden jungen Frau – eines mit 30 Jahren für damalige Verhältnisse ‚späten Mädchens’ – mit dem vier Jahre jüngeren Justus Möser ­1746 war der Beginn einer glücklichen Vernunftehe. Diese wusste ihr Gemahl ebenso sehr wie sie selbst zu schätzen. So spricht er in seinen Briefen vielfach anerkennend über das gemeinsame Eheglück.

Regina Möser war nicht nur das ebenso vernünftige wie herzliche Zentrum des Hauses, sondern auch selbst literarisch hoch gebildet. 1751 publizierte sie die französische Übersetzung eines religiösen Werkes. Darüber hinaus oblag ihr der Briefwechsel mit zahlreichen Verwandten und Bekannten, wobei sie im Geist der Zeit insbesondere mit weiblichen Adressatinnen, darunter auch Adligen, korrespondierte. Mitunter vertrat sie ihren Mann in geschäftlichen Dingen und erledigte Schriftverkehr in seinem Namen, wenn er abwesend war.

Die Freundschaften Justus Mösers mit den Osnabrücker Adelsfamilien von Bar und von dem Bussche-Hünnefeld schlossen jeweils auch seine Frau mit ein. Das Mösersche Haus an der Osnabrücker Hakenstraße wurde als gastfreundlich und offen beschrieben. Hier gingen Freunde und Verwandte ein und aus. Zudem wurden Regina Mösers literarischen Teegesellschaften gerühmt; Gleiches galt für ihren Verstand wie für ihre Herzlichkeit.

Die finanziellen Verhältnisse Regina Juliana Elisabeth Mösers trugen wesentlich zu Justus Mösers Wohlstand bei und bildeten wohl auch eine wichtige Basis für dessen Kreditgeschäfte.

Meine Frau befiehlt mir, Euer … Gnaden tausend Danksagungen abzustatten

Justus Möser, 1768