Johanna Wilhelmina Juliana von Voigts, geb. Möser

Justus Mösers einzige Tochter Johanna Wilhelmina Juliana (1749-1814) wuchs in einem behüteten Elternhaus auf, das einen auf Liebe, Respekt und Verständnis gegründeten Umgang pflegte, wie er im 18. Jahrhundert zunehmend Einzug in das Familienleben des gehobenen Bürgertums fand. Zugleich legten die Eltern großen Wert auf eine angemessene Bildung und Erziehung: Jenny Möser spielte Klavier und lernte neben Französisch auch Italienisch und Englisch.

Mit ihrer großen Liebe, dem Schriftsteller und Philosophieprofessor Thomas Abbt (1738-1766), pflegte sie eine Brieffreundschaft, die von der tiefen Verbundenheit der beiden zeugt. Nach Abbts frühem und plötzlichem Tod 1766 heirate Jenny Möser schließlich auf Wunsch ihres Großvaters und ihres Vaters den Neuadligen Johann Gerlach Just von Voigts, zu dem sie nach Melle zog. Die Ehe verlief nicht glücklich. Nach dem Tod ihres Vaters 1794 trennten sie sich einvernehmlich, und Jenny von Voigts zog zurück nach Osnabrück, wo sie bereits seit dem Tod ihrer Mutter (1787) den Haushalt des Vaters führte. Bei ihm fand sie die Vertrautheit und Geborgenheit, die ihr die Ehe nicht bieten konnte. Diese Verbundenheit wird nicht zuletzt durch eine kleine Notiz deutlich, in der sie sich selbst als „Jenny Möser, verehelichte von Voigts“ bezeichnet, nicht umgekehrt. Eng vertraut war Jenny von Voigts auch mit der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau (1750-1811), mit der sie einen lebhaften empfindsamen Briefwechsel führte.

Jenny von Voigts unterhielt zahlreiche Kontakte zu geistigen Größen ihrer Zeit wie beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) oder Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803). Weitere Kontakte und Bekanntschaften kamen unter anderem während der Pyrmont-Besuche ihres Vaters zustande, bei denen Jenny von Voigts ihn des Öfteren begleitete.

Neben einzelnen eigenen literarischen Versuchen machte sich Jenny von Voigts einen besonderen Namen als Herausgeberin der Patriotischen Phantasien ihres Vaters.

Jenny Möser im Film sehen sie hier.

... ein gar zu weiches und gutes Herz ...

Justus Möser 1789 über seine Tochter