Bersenbrück

„Von den ... Gütern [des Grafen Otto von Ravensberg] lagen verschiedene hier im Lande, und unter diesen … auch der Hof und die Kirche zu Berssenbrück, nebst einigen andern Gütern, welche er und seine Gemahlin Sophie … im Jahr 1231 zur Stiftung eines Frauenklosters des Zisterzienserordens … verwendete. Der hiesige Bischof Konrad bestätigte diese Stiftung noch in dem selbigen Jahr und nahm sie in seinen besonderen Schutz.“ – All dies berichtet Justus Möser 1777 in seinen Westfälischen Beiträgen. Dass er darüber hinaus selbst eine wichtige Rolle im Schicksal dieses Klosters spielen sollte, war vermutlich noch nicht absehbar.

Das Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück wurde 1786 Opfer einer nicht unkomplizierten Neuregelung der konfessionellen Verhältnisse in zwei anderen Orten des Fürstbistums, nämlich Fürstenau und Schledehausen. Am Zustandekommen dieser ungewöhnlichen Regelung hatte Justus Möser einen wesentlichen Anteil. Unter anderem musste die Frage beantwortet werden, wie der katholischen Pfarrer in Schledehausen für den Einnahmeverlust entschädigt werden konnte, der ihm durch die Einrichtung einer evangelischen Gemeinde im Ort entstand. Für ihn sowie zur Finanzierung katholischer Lehrer wurde schließlich durch die Aufhebung des Nonnenkonvents in Bersenbrück und die somit frei gewordenen Klostereinkünfte gesorgt. Für die bis zuletzt nicht in diesen Handel eingeweihte Äbtissin und ihren Konvent war es ein herber Schlag, als 1787 die formelle Auflösung des Klosters, dessen Gebäude teilweise erst kurz zuvor neu erbaut worden waren, und dessen Umwandlung in ein weltliches Stift erfolgten.

Bis heute haben sich zahlreiche Baulichkeiten der ehemaligen Klosterlage einschließlich der ehemaligen Klosterkirche St. Vincentius erhalten. Im ehemaligen Äbtissinnenflügel befindet sich jetzt das kreiseigene ‚Museum im Kloster‘, das seit 2018 – nach einer grundlegenden Neugestaltung – mit Objekten aus 700 Jahren auf die Geschichte des Ortes und der Region zurückblickt. Nähere Informationen unter www.museum-im-kloster.de.

Rings um das einstige Kloster entwickelte sich Bersenbrück nach dessen Aufhebung als eigenständiger Ort, der 1956 zur Stadt erhoben wurde und heute zugleich Sitz der Samtgemeinde Bersenbrück ist.

... daß von den vielen hiesigen Nonnencloestern eines, und zwar das Closter Bersenbrueck aufgehoben ...

Vertrag von 1786