Hagen am Teutoburger Wald

Im 19. Jahrhundert war Hagen, um mit dem Volkskundler Ernst Helmut Segschneider zu sprechen, eines der „Zentren des niederdeutschen Töpfergewerbes“. 1818 verfügte es über acht, 1833 über nicht weniger als elf Werkstätten. Die Grundlagen zu dieser späteren Blüte wurden schon zur Zeit Justus Mösers gelegt: Die Förderung des Töpferhandwerks stellte einen Schwerpunkt seiner Maßnahmen zur Gewerbeförderung dar.

Den Anfang machte der gebürtige Elsässer Franz-Joseph Metzger, seit 1765 Geselle in einer Töpferei in Brochterbeck bei Tecklenburg. Im August 1767 stellte er bei der Osnabrücker Regierung einen Antrag auf Unterstützung bei der Einrichtung einer Töpferwerkstatt in Hagen; Justus Möser befürwortete in einem Gutachten die Förderung dieser „so höchstnöthigen und nützlichen Sache“. Im September 1768 erhielt Metzger einen ersten Kredit, mit dem er unter anderem einen Brennofen samt Brennholz, Ton und Töpferscheiben anschaffte. Am 1. November des gleichen Jahres befahl kein Geringerer als König Georg III. von Großbritannien (1738-1820) als Osnabrücker Landesherr, das Projekt aus der herrscherlichen Privatkasse weiter zu unterstützen.

Metzgers Werkstatt war zunächst erfolgreich: So konnte er bald einen Gesellen und einen Lehrling anstellen. Zunehmend jedoch machten ihm die Konkurrenz von importierter Ware sowie weitere im Kirchspiel Hagen angesiedelte Töpfer zu schaffen. 1778 war er schließlich zahlungsunfähig. Unter Mösers persönlicher Beteiligung ermöglichte ihm die Regierung dennoch die weitere Ausübung seines Gewerbes. Jedoch besserte sich die Situation nicht grundlegend, auch wenn Metzger bis zu seinem Tod 1797 sein Gewerbe weiter ausübte und der von den Söhnen weitergeführte Betrieb bis 1818 nachweisbar ist.

Heute erinnert das Töpfereimuseum in Hagen an die lange Tradition, auf die das Handwerk am Rande des Teutoburger Waldes zurückblicken kann. Weitere Informationen unter www.hagen-atw.de/freizeit-kultur/kultur-jugend/kultureinrichtungen/toepfermuseum.html.

... im Amte Iburg eine Töpferei, woran es ... dorten fehlet anzulegen ...

König Georg III. von Großbritannien, 1. November 1768