Fürstenau

In der Capitulatio perpetua von 1650, in der die konfessionelle Ausrichtung der einzelnen Kirchengemeinden des Fürstbistums Osnabrück nach dem Dreißigjährigen Krieg festgelegt wurde, war Fürstenau mit der Pfarrkirche St. Georg den Protestanten zugesprochen worden. Das Zusammenleben mit der katholischen Minderheit, die zum Gottesdienst nach Schwagstorf gehen musste, gestaltete sich zunächst problemlos, wie eine nicht geringe Zahl an Mischehen bezeugt. Im Lauf der Zeit jedoch verschlechterte sich die Situation; es kam zunehmend zu Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten. Unter maßgeblicher Beteiligung Justus Mösers wurde schließlich 1786 in dem Vertrag, der gleichzeitig die konfessionellen Verhältnisse in Schledehausen regelte, auch die Gleichstellung der Katholiken in Fürstenau festgelegt. Jedoch leistete der evangelisch dominierte Magistrat Fürstenaus erbitterten Widerstand. Er brachte die Sache sogar vor den Reichstag und reichte eine Klage vor dem Reichskammergericht ein. In seiner Schrift Darstellung der Gründe welche Seine Königliche Hoheit den Herrn Herzog von York als Bischofen zu Oßnabrück bewogen haben das Simultaneum zu Fürstenau und Schledehausen einzuführen […] verteidigte Möser 1793 die Entscheidung von 1786. Jedoch dauerte es bis 1803, dass die Katholiken eine eigene Pfarrei in Fürstenau erhielten und im dortigen Schloss öffentlich Messe feiern konnten. 1817 schließlich wurde die heute bestehende, der hl. Katharina geweihte katholische Kirche im Südflügel des Schlosses eingerichtet.

In Fürstenau wird den Catholischen des oeffentliche Religionsexercitium ... zugestanden ...

Vertrag von 1786