Haster Mühle

An einem wichtigen Übergang über den kleinen Fluss Nette nach Norden markierte der Ort der Haster Wassermühle – als Teil des Sitzes der Herren von Ha(r)ste – zunächst eine Grenze mit Wachturm und Schlagbaum. Eine Mühle an dieser Stelle ist schon für das Jahr 1204 bezeugt, als die Herren von Haste ihre ursprünglich eigene Mühle vom Benediktinerinnenkloster Gertrudenberg zurückkauften. Der Mühlenhof mit Brauhaus, Wohnhaus und Nebengebäuden brannte 1726 ab und wurde mit bischöflicher Unterstützung in den Folgejahren neu aufgebaut. Die heutigen Mühlengebäude stammen – mit älteren Bestandteilen – im Wesentlichen aus dem frühen 20. Jahrhundert.

1763 prozessierte der Haster Mühlenpächter gegen den Osnabrücker Rat, der ihm verbieten wollte, ohne Steuerzahlung einen Ausschank zu betreiben. Das Gerichtsurteil beschied, dass der Pächter auch weiterhin – nun aber gegen entsprechende Abgaben – seinen Schankbetrieb ausüben dürfe. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Haster Mühle zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der Osnabrücker Gesellschaft. Der Pächter richtete zur Bewirtung seiner Gäste ein gesondertes Gebäude mit drei Räumen samt Weinkeller ein; auch ein ‚Gelehrtenklub‘ traf sich dort regelmäßig. Ob Justus Möser diesem Club angehörte, ist unklar. Überliefert ist jedoch, dass er mit Familie und Freunden häufig in die unmittelbare Umgebung Osnabrücks fuhr – zu Spaziergängen, Picknicks und mit Einkehr u. a. in der Haster Mühle. In der dortigen ‚Kaffeeschenke‘ wurden üblicherweise Kaffee, Tee und Wein sowie vermutlich die damals beliebten gebackenen Kringel, Kuchen und Butterbrot angeboten. Die Haster Mühle gehörte zu einem ganzen Kranz von Ausflugslokalen vor den Toren der Stadt, zu dem unter anderem eine Schenke am Heger Turm und die Kaffeeschenke Grothaus gehörten. Noch bis 1927, vor dem Ausbau der heute dicht vorbeiführenden Hansastraße, wurde an der Haster Mühle ein Weinlokal betrieben.

... jedermann verwundert sich, wie es möglich war, dass der Kaffee ... mithilfe der Mode ... so sehr die Oberhand gewinnen können.

Justus Möser 1778